Logo herunterladen Hardtwaldklinik II
                               Fachklinik für Psychogene Krankheiten
         Hardtstr. 32 - 34596 Bad Zwesten - Telefon: 05626 - 88 - 0, TeleFax: 05626 - 88 - 1111

Informationen zu Krankheiten
Weitere Medizinische Informationen und Links -
speziell auch von
der Hardtwaldklinik 2 -  klicken Sie hier

Platzangst 

Der Begriff Platzangst umfasst vor allem die Angst vor weiten, offenen Plätzen und ist eine Form der Agora phobie. Das Hauptmerkmal der Platzangst ist die Angst vor Situationen, in denen eine Flucht nur schwer möglich oder peinlich wäre oder keine Hilfe verfügbar ist.

Typische Situationen für das Auftreten von Platzangst sind Menschenmengen, Kaufhäuser, Supermärkte, in der Schlange stehen, Veranstaltungen, (Kino, Theater, Konzerte), öffentliche Verkehrsmittel (Bus, Zug, U-Bahn, Flugzeug), Autofahren, enge Räume (z.B. Fahrstühle), aber auch Friseur- und Zahnarztbesuche. Menschen mit Platzangst haben mindestens eine Panikattacke in der gefürchteten Situation oder einer ihr sehr ähnlichen erlebt. Charakteristisch für Panikattacken ist das plötzliche und von den Betroffenen meist als spontan erlebte Einsetzen unangenehmer Symptome, bei denen körperliche Empfindungen im Vordergrund stehen.

Die häufigsten körperlichen Symptome bei Platzangst sind Herzklopfen, Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Benommenheit, Schwitzen und Brustschmerzen sowie Druck oder Engegefühl in der Brust. Häufig sind diese körperlichen Symptome verbunden mit panischer Angst, z.B. der Angst zu sterben, einen Herzanfall oder Herzinfarkt zu erleiden, ohnmächtig zu werden, Angst, verrückt zu werden oder Angst, die Kontrolle zu verlieren und sich peinlich zu verhalten.

In der Folge beginnen die von Platzangst Betroffenen, die Orte und Situationen zu vermeiden, an denen Angstanfälle aufgetreten sind. Die Angst vor einem erneuten Angstzustand wird schließlich so stark, dass immer mehr Situationen und Orte vermieden werden oder nur mit starker Angst ertragen werden. Das Vermeidungsverhalten kann eng umgrenzt sein, kann sich aber in extremen Fällen so stark ausweiten, dass die Platzangst Betroffenen nur noch in Begleitung vertrauter Personen das Haus verlassen können.

Auch sogenannte „Sicherheitssignale“ helfen den Betroffenen, die phobischen Situationen zu bewältigen und die Angst zu reduzieren. Typische Sicherheitssignale sind das Mitführen von Medikamenten, Handy mit der Telefonnummer des Arztes, Riechsubstanzen, Bonbons oder einer Flasche Wasser.

Platzangst führt in der Regel zu erheblichen Einschränkungen in der Lebensführung, viele Betroffene sind nicht mehr in der Lage, das Haus alleine zu verlassen und sind damit ganz auf die Hilfe anderer angewiesen. Soziale Kontakte werden eingeschränkt, der Freundeskreis stark abgebaut und die meisten Freizeitaktivitäten aufgegeben. Es kommt zu Schuldgefühlen gegenüber Angehörigen, zu einem Abbau des Selbstwertgefühls und zu depressiven Verstimmungen. Wenn dieser Zustand über Jahre andauert, kann es bei vielen Platzangst Betroffenen zu weitergehenden, schwerwiegenden Komplikationen und zu Begleiterscheinungen kommen, z. B. zu Depressionen, Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch.

Ungefähr 5 % der Bevölkerung leiden im Laufe ihres Lebens an einer Platzangst. Platzangst  tritt bei Frauen doppelt so häufig auf wie bei Männern. 

Die Behandlung der Platzangst  

Die Verhaltenstherapie kann aufgrund ihrer wissenschaftlich nachgewiesenen Effekte als die erfolgversprechendste Form der Psychotherapie bei Platzangst angesehen werden. Ziel der Therapie ist die Reduktion bzw. der Abbau des Vermeidungsverhaltens und der Angstreaktion beim Aufsuchen der gefürchteten Situationen. Die Methode, die sich hier allen anderen Therapieinterventionen als klar überlegen gezeigt hat, ist die Konfrontation in vivo, d. h. das Aufsuchen der angstauslösenden Situationen.

Der Patient soll lernen, dass er die angstauslösende Situation aufsuchen und sich darin aufhalten kann, ohne dass die von ihm gefürchtete Katastrophe eintritt. Er soll in der Angstsituation so lange verbleiben, bis die dabei auftretenden Angstreaktionen von alleine wieder abnehmen. Ganz wichtig für die Durchführung des Konfrontationsverfahrens ist die Vorbereitung der Angstkonfrontationsübungen. Dem Patienten mit Platzangst werden Informationen zu psycho-physiologischen Zusammenhängen der Angstreaktion, der Teufelskreis der Angst, die Angstverlaufskurven und das Prinzip der Habituation (Gewöhnung) vermittelt. Ihm wird verdeutlicht, dass Flucht und Vermeidungsverhalten die Angstreaktion verstärken und deshalb abgebaut werden müssen. Die Exposition (Konfrontation) mit den angstauslösenden Situationen gilt als unverzichtbares Verfahren bei Platzangst und spezifischen Phobien (z.B. Klaustrophobie, Höhenphobie, Tierphobie, Flugangst).  

Ihr Team der Hardtwaldklinik 2

Animationen animierte Augen

Weitere Medizinische Informationen und Links für Patienten und Interessierte - von Adipositas bis Zwangsneurosen finden Sie hier.

Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.

Sagen Sie uns ruhig mal Ihre Meinung!
Oder stellen Sie Ihre Fragen...
und klicken Sie hier...

Sie möchten diesen Artikel ausdrucken? Markieren Sie den gewünschten Text, gehen Sie in der Symbolleiste auf "Datei", dann auf "Drucken", danach "Markierung" anklicken und dann erst drucken, denn sonst verlieren Sie durch die nachfolgende Themenübersicht unnötiges Papier.

Aktualisiert: Juli 2010

Weitere Informationen zu Krankheiten finden Sie bei der Wicker-Gruppe unter www.informationen-zu-krankheiten.de. Info-Material zur Klinik anfordern: www.wicker-gruppe.de/infomaterial-anfordern.html

Weitere Fragen? Ihre Meinung?
Schicken Sie uns eine Email

HARDTWALDKLINIK II
Hardtstr. 32 · 34596 Bad Zwesten / Hessen
Telefon (0 56 26) 88-0 · Telefax (0 56 26) 88-11 11

· Impressum · Anfahrt

Kostenfreie Servicenummer 0800 / 9 14 63 60

Haftungshinweis:
Für die gemachten Angaben wird keine Gewähr übernommen; im Einzelfall ist immer ein Arzt zu konsultieren! Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.